Meine persönliche Erfahrungen

Die wichtigsten Parameter sind sicherlich die Temperatur, Luftfeuchtigkeit beziehungsweise Luftaustausch und die Fütterung. Man darf nicht vergessen, dass die Corallus nicht auf dem Boden sonder knapp über dem Boden bis hin in die Baumgipfel leben. Das soll heissen, dass diese Tiere nicht sehr hohe Temperaturen benötigen. Ich halte meine Corallus bei einer Tagtemperatur von 27 -29°C. Im Sommer kann es durchaus sein, dass kurzfristig (einige Tage) eine Temperatur von max. 30°C in meinen Becken herrscht. Um zu verhindern dass die Raumtemperatur zu hoch wird, läuft daher bei mir ein Klimagerät. Es ist dringend darauf zu achten, dass die Temperatur nicht über einen längeren Zeitraum am Tage zu hoch ist. Sollte das der Fall sein, so muss die Nachttemperatur im min. 6 bis 7°C tiefer ist als die max. Höchsttemperatur. Bei zu hoch meine ich mehr als 31°C. Es hat folgenschwere Auswirkungen auf die Schlange.

Es wird vermutet, dass die Corallus einen relativen langsamen Stoffwechsel haben und dass bei höheren Temperaturen die Nahrung zu schnell verfault und verwest, so das es die Verdauungsfähigkeit des Tieres übersteigt. Deshalb wird übermässig Gas gebildet und der Corallus stösst die Nahrung wieder aus. Sollte das mal der Fall sein, so kann es mehr als ein Jahr dauern, bis sich der Corallus vom Stress wieder erholt. Es wird dann nach Geduld gefragt und das aufpäppeln des Corallus sollte möglichst behutsam erfolgen. Also keinen unnötigen Stress mehr für das Tier. 

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Der Corallus lebt in einer fast perfekten 12 / 12 Tag / Nacht Photo-Periode während des ganzen Jahres. Also habe ich eine Beleuchtungszeit  von 12 Stunden eingestellt. Das Licht schaltet um 06.00 ein und bleibt bis 18.00 in Betrieb. Als Lichtquelle verwende ich 2*18 Watt handelübliche Leuchtstoffröhren. 

Die Luftfeuchtigkeit in den Becken wird bei mir durch manuelles besprühen von Wasser sichergestellt. Das Wasser hat Zimmertemperatur. Ich schaue, dass die Luftfeuchtigkeit nie unter 70% sinkt. Das schlimmste ist die so genante „Staunässe“ oder auch „stehende Nässe“. Trifft dies ein, so ist das Becken zuwenig durchlüftet. Es ist somit Voraussetzung, dass ein gut durchlüftetes Becken zur Verfügung steht. Eine Folge von Staunässe oder zu trockene Becken  sind eine Einladung um Stressbedingte Atmungskrankheiten bei den Tieren hervor zurufen.Luftbewegung ist also ein kritischer Faktor. Stehende Luft ist nicht gut und kann zu Pilz- und Bakterien-Wachstum führen welches sich für die Gesundheit der Schlange negativ ausübt. 

Fütterung: Vergessen sie das Übliche!!! Den bei den Corallus batesii & caninus ist weniger mehr! Das sollte heissen, dass die grösse des Futtertieres so zu wählen ist, das keine Beule nach dem Verschlingen mehr sichtbar sind. Die meisten Tiere vertragen kein zu häufiges füttern, da sie gestresst werden und Verdauungsprobleme bekommen können. Ich wähle einen Zyklus von 3-5 Wochen für Männchen und 2-4 Wochen für Weibchen. Bei den Jungtieren habe ich alle 12 bis 18 Tage Futter angeboten. Bis jetzt mache ich nur  gut Erfahrungen damit. Mehr dazu beim Thema „Aufzucht“. Corallus können ohne weiteres nach zwei Jahren aussehen wie adulte Tiere, nur dass diese Jungtiere nicht mehr sehr lange leben und für eine Zucht nicht zu gebrauchen sind! Also: füttere weniger und deine Tiere werden es Dir danken. Fütterst Du sie zu oft so wirst Du es bereuen.  

Nach 3 Fütterungen schaue ich, dass die Caninus abkoten, ansonsten wird nicht weiter gefüttert bis eine Abkotung stattfindet. Wenn die Futtertiere zu klein sind, werden sie natürlich weniger abkoten. Sollte mal länger keine Abkotung kommen, so kann mit Hilfe der Erhöhung der Luftfeuchtigkeit im Becken ein gewünschter Erfolg herbeigeführt werden. Sollte dieses auch nichts nützen, so werden die Tiere in einem lauwarmen Bad gebadet. 

Für eine erfolgreiche Zucht sind natürlich gesunde Tiere eine Voraussetzung. Zur Vorbereitung der Zucht trage ich nicht sehr viel bei. Die Beleuchtungsdauer behalte ich bei. Die Luftfeuchtigkeit erhöhe ich leicht durch vermehrtes Sprühen. Bei der Temperatur in den Becken ist es bei mir so, dass sie Ende Oktober (je nach Aussentemperatur) langsam sinkt. So dass eine Nachttemperatur von z.T. unter 20°C keine Seltenheit ist. Paarungen konnte ich von November bis hin in den Mai beobachten. Eine Ovulation kann nach 4 Wochen oder aber erst nach einigen Monaten nach der letzten Paarung kommen! Auf jeden Fall erfolgt eine Häutung nach  ca. 3 Wochen. Die Tragzeit beträgt 150 bis 250 Tage. Kurz vor der Geburt der Jungtiere werden die Weibchen unruhiger und sind auch tagsüber im Becken unterwegs. Die Geburt verläuft sehr schnell. Innerhalb von ¾ Stunden kamen bei mir das letzte Mal 11 gesunde Jungtiere zur Welt. 

Die Aufzucht der Jungen geschieht bei mir separat. So kann jedes einzelne Tier besser beobachtet werden. Die Protokollierung über: Futter, Häutung und Abkotung kann so sauber geführt werden. Das Gewicht variierte zwischen 32,5 bis 55.8 Gramm. Es empfiehlt im übrige auch bei den adult Tieren ein Protokoll zu führen. Die erste Fütterung kommt bei mir erst nach der ersten Häutung. Wenn die Jungen mal selbständig fressen, so haben sie die reinste Freude an denn kleinen Schlangen. Ich achte darauf, dass der Futterinterval nicht zu klein ist, das heisst ich gebe zwischen 12 bis 18 Tagen eine leicht behaart Maus. Die anderen Aspekte halte ich wie bei den adulten Tieren.            

  

Hinweis: Diese Schlange ist für Anfänger nicht zu empfehlen. Sie verhält sich im Terrarium recht ruhig, kann aber wenn sie belästigt wird sehr schnell zubeissen. Das kann sehr unangenehm werden, denn sie haben sehr lange Zähne.